Tarifvertrag asia t2

Laut Kol Nikollaj, Präsident des KSSH-Verbandes, fehlen in Albanien Gesetze über Gewerkschaften, Tarifverhandlungen und Konflikte. Die Textilindustrie braucht einen Branchentarifvertrag und Vereinbarungen auf Unternehmensebene. Tarifverhandlungen ermöglichen eine geordnete Art der Interessenausgleichierung der Interessenträger, was wiederum zu mehr wirtschaftlicher Gerechtigkeit und sozialem Frieden beiträgt. Pekings Vision für die Zukunft der Arbeitsbeziehungen ist ein wenig vom deutschen und skandinavischen Modell inspiriert, bei dem Tarifverträge vereinheitlicht werden, da sie für ganze Sektoren oder Regionen gelten und sogar Unternehmen einbeziehen, die nicht an Verhandlungen teilnehmen. Dennoch deuten die jüngsten Entwicklungen darauf hin, dass China höchstwahrscheinlich eher eine Variante der Verhandlungsmodelle als einen einheitlichen Ansatz aufstellen wird. Die prominentesten Experimente dieses Ansatzes waren in Guangdong und Zhejiang.Das “Guangdong-Modell” der Tarifverhandlungen entsteht in einem Kontext großer, exportorientierter Hersteller und fördert eine hybride Arbeitnehmervertretung. Das so genannte “Wenling-Modell”, das in Zhejiang entstanden ist, richtet sich an Cluster kleiner und mittlerer Unternehmen. Obwohl die lokalen Gebietskörperschaften die Tarifverhandlungen unterstützen, wird der Prozess hauptsächlich von Verbänden mit mehreren Arbeitgebern und Branchenverbänden (STUA) geprägt. Nach der Annahme bestimmter Vorschläge zur Anwendung der Grundsätze des Rechts auf Organisation und kollektiven Verhandlungen, was der vierte Punkt auf der Tagesordnung der Tagung ist, stellt sich die Frage, ob sich in China neue Tarifmodelle zu einem Motor für die Förderung der Arbeitnehmerrechte als Menschenrechte entwickeln werden, insbesondere die acht Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Die größten Herausforderungen sind natürlich die ersten beiden Grundsätze, die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen fordern. Unabhängige Gewerkschaften sind unter dem Machtmonopol der Kommunistischen Partei Chinas undenkbar. Das harte Vorgehen gegen unabhängige Arbeiterzentren und die damit verbundene Inhaftierung prominenter Arbeitnehmeraktivisten im Dezember 2015 bekräftigten, dass der chinesische Staat bereit ist, repressive Mittel einzusetzen, um die Arbeitnehmervertretung als alleinige Angelegenheit der ACFTU zurückzugewinnen.

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